a Laury Uchiha Production~

SasuSaku Paradise


Titel: Uragiri to Kyogi
Autor: Laury-chan
Genre: Crossover, Action, Romanze, Fantasy
Rating: P18
Pairing: SasuSaku, InuKago, NaruHina....etc
Summary:

Verrat und Täuschung. In meiner Welt gibt es genug davon. Die wahre Kunst besteht darin die Verräter zu fassen und die Täuschung zu durchschauen. Als Königin ist es meine Pflicht diese Fähigkeiten zu beherrschen und mit meinen Verbündeten gegen unsere Feinde zu kämpfen. Doch wie kommt es, dass ich mich zu meinem schlimmsten Feind hingezogen fühle? Wie kommt es, dass sich zwei Brüder vom gleichen Blut um ein Schwert streiten? Wieso ist diese Welt so korrupt, unsere Länder zerrissen, unsere Liebsten in größter Gefahr? Das Schicksal ist ein grausamer Herrscher... Naruto-Inuyasha Crossover.

Inuyasha OST - Sangos Theme

Hajime to Himitsu

Uragiri to Kyogi


Kirschblüten segelten sanft auf die Erde herab. Der Wind trug sie davon oder versammelte sie zu einem kleinen Tornado bevor sie schließlich doch auf dem Boden landeten. Der Frühling neigte sich dem Ende zu. Bald würde der Sommer ihn ablösen und seine unerträgliche Hitze würde das Land heimsuchen.
/Wie nostalgisch/, dachte sie, bevor sie mit einer Hand einer der Kirschblüten auffing, die durch ihr offenes Fenster segelten. /So wunderschön und doch so zerbrechlich. So wie ich/.
Der Wind streichelte ihre Haut. Sie dachte an die Zeit zurück an der ihr Vater noch gelebt hatte. Ihr gutmütiger Vater, der sie geliebt hatte wie sein eigenes Leben. Vielleicht sogar noch mehr als das. Ihre sanfte Mutter, von der sie ihre Schönheit geerbt hatte und ihre leicht pinken Haare. Sie hatten dieselbe Farbe wie Kirschblüten und so hatten sie ihre Eltern Sakura getauft.
Doch alles ist vergänglich. Ihre Eltern waren nicht mehr, schon seit 10 Jahren hatte sie nicht mehr mit ihnen sprechen dürfen. Seit 10 Jahren hatte sie das Lächeln ihrer Mutter nicht mehr gesehen oder das Lachen ihres Vaters gehört. Sie würde nun, 10 Jahre später, ihren 18. Geburtstag ohne sie feiern und den Thron besteigen. Ab heute wäre sie ihre königliche Majestät Sakura, Herrscherin von Higashi, eins von 4 Ländern, von denen zwei nun seit 10 Jahren im Krieg miteinander lagen. Sie war nun verantwortlich dafür Steuern zu erhöhen, die Truppen zu rüsten und ihr Land gegen Einbrecher zu schützen. Sie müsste Männer auf den Schlachtplatz schicken, die alle verheiratet waren und Kinder hatten, oder junge Männer, deren Familienangehörige täglich um sie bangten.
Diese Last war nun komplett auf ihren Schultern.
Warum musste sie überhaupt Krieg führen? Es brachte nichts. Beide Parteien würden mehr verlieren als gewinnen. Wieso konnten Dämonen und Menschen nicht friedlich Seite an Seite miteinander leben? Es hatte doch schon einmal funktioniert, vor langer Zeit, als sie noch nicht geboren worden war. Als Inu Taishou im Norden, ihr Vater Kakeru im Osten und der Daiyoukai Uchiha Fugaku im Westen regierte. Sie alle hatten friedlich Handel getrieben und sich um ihre Probleme gekümmert ohne den anderen jeweils in die Quere zu kommen. Ihr Vater war Führer einer riesigen Armee und wenn auch ein Mensch, respektierten ihn Dämonen und Menschen gleichermaßen. In Higashi lebten alle Lebewesen friedlich miteinander, Dämonen, Halbdämonen und Menschen. Manchmal kamen auch Elfen aus dem Fukai Mori in Kita, dem Land das Inu Taishou regierte, aber das kam selten vor, denn diese Wesen waren verschlossen und zogen es vor ungestört zu bleiben. Sie wuchs behütet und als einzige Tochter auch verwöhnt auf, doch ihr Vater lehrte sie zu verzichten. Er lehrte sie Demut und alles was wichtig war und später ein guter Führer zu werden. Er stellte das Wohl des Volkes stets vor sein eigenes. So waren die Steuern entsprechend niedrig und die Bevölkerung zufrieden.
Sakura war das Ebenbild ihres Vaters. Charakterlich zumindest. Vom Aussehen her sah sie ihrer Mutter ähnlich, allein die Augen hatte sie von Kakeru. Smaragdgrün.
Trotz ihres harmlosen Aussehens war sie eine starke Frau, die sich nicht beeinflussen ließ. Mit 12 hatte sie dem Rat zum ersten Mal dazwischen gepfuscht, mit 14 gab sie alle Befehle. Nun mit 18 wäre sie vollkommene Herrscherin.

Sakura seufzte und ließ das Kirschblütenblatt auf den Boden fallen. Ihr Haar wehte ihm Wind und sie wünschte sich nichts anderes als das es immer so sein könnte. Friedlich.
Es klopfte zaghaft an der Tür. „Herein“, sagte sie.
Eine junge Frau in ihrem Alter kam durch die Tür. Sie trug eine sehr ungemütlich wirkende Rüstung. In ihrer Hand trug sie ihren Helm. Ihr dunkles violettes Haar war lang und hing ihr glatt bis unter den Rücken.
„Es ist soweit, meine Königin“, sagte sie mit einer sehr leisen und sanften Stimme.
Sakura seufzte, trennte sich von dem wunderschönen Anblick der Bäume und wandte sich vom Fenster ab.
„Wie oft muss ich noch sagen, dass du mich Sakura nennen sollst, Hinata?“, fragte sie resigniert. Sie war noch keine Königin und dieser Titel war ihr ohnehin nicht geheuer.
„Verzeiht mir, aber Ihr seid von heute an meine Königin und es wäre unhöflich von mir Euch nicht mit Eurem Titel anzusprechen“, erwiderte sie mit einem kleinen Lächeln.

Sakura machte ein paar Schritte auf die Tür zu.
„Du bist aber vom heutigen Tage an auch mein Vasall, meine rechte Hand und meine engste Vertraute. Ich möchte nicht, dass du mich meine Königin nennst. Warum trägst du eigentlich diese ungemütliche Rüstung? Ich hatte dir doch ein Gewand bereit legen lassen.“
Sakura zupfte ein ihrem eigenen Kimono herum. 12-lagig und absolut unhandlich war dieses Gewand. Durch die vielen Stoffschichten war es auch noch schwer und zog ihren Körper herunter.
„Ich bin die Kommandantin der Leibgarde. Ich muss angsteinflößend aussehen. Außerdem könnte ich mich in so einem langen Gewand nicht richtig bewegen. Ihr wisst doch, ich habe immer mehr Freude an Schwertern gefunden als an Schuhen und Kleidern.“

Das stimmte in der Tat . Kaum zu glauben, dass so eine schöne Frau wie Hinata lieber mit Soldaten im Schlamm kämpfen wollte als sich der Musik und der Kunst zu widmen.
Hyuuga Hinata war eine Halbdämonin. Sakura hatte sich ihrer angenommen als sich die Tatsache nicht mehr ignorieren ließ, dass sie ihr Vater wie eine Dienstmagd behandelte und ihr niemals auch nur einen Funken Freundlichkeit gezeigt hatte.
Hiashi hatte ein Verhältnis mit einem weiblichen Youkai gehabt, aber nie etwas davon gewusst. Seine Frau hatte es vor ihm verheimlicht, da er der Meinung war, dass sämtliche Dämonen ausgerottet werden sollten. Mit Hinatas Geburt wurde ihr Geheimnis aufgedeckt und sie wurde verjagt. Hinata blieb bei ihrem Vater. Sie war sein einziges Kind und er brachte es nicht übers Herz sie wegzuschicken, so sehr er ihre Existenz auch hasste.
Nachdem Hanabi, seine zweite menschliche Tochter auf die Welt kam, wurde Hinata vor der Welt versteckt.
Erst nachdem Sakura Hiashi befahl seine älteste Tochter zu einem Bankett mitzubringen, da sie Hanabi reichlich überdrüssig wurde, kam die Wahrheit ans Tageslicht.
Sakura befahl Hiashi ihr Hinata als eine ihrer Hofdamen zu geben. Hiashi, froh darüber, diesen Schandfleck, wie er Hinata nannte, los zu sein stimmte sofort zu.
Sakura hatte aber keinesfalls vor Hinata als Hofdame einzusetzen. Sie brachte ihr die Etikette des Hofes bei, zu lesen und zu schreiben und sich richtig zu kleiden. Hinata hatte keine Ahnung wie es war zu den Adeligen zu gehören. Sie war bei ihrem Vater eine Dienstmagd gewesen und benahm sich auch so. Erst durch Sakuras Aufmerksamkeit wurde sie zu einer respektablen Frau. Nach kurzer Zeit aber gingen Hinata die Musik und die Kunst auf die Nerven. Sie wollte sich nützlich machen, etwas anderes tun als über Kleider zu reden und über den neuesten Klatsch und Tratsch zu lästern.
Durch das Dämonenblut in ihren Adern fühlte sie sich zum Kampf hingezogen und wollte nichts lieber als der Armee beizutreten. Sakura wollte am Anfang nichts davon wissen, aber nachdem Hinata in ihrer Rage darüber einen Baum mit bloßen Händen aus der Erde zog und in zwei brach überlegte sie es sich noch einmal.
Hinata lernte den Umgang mit Schwertern und Pfeil und Bogen. Von Anfang an war sie stärker als ihre Gegner und so musste sich Gaara ihrer annehmen. Nach kurzer Zeit konnte es Hinata mit 100 Gegnern auf einmal aufnehmen und auch Gaara hatte seine Schwierigkeiten mit ihr. So entschied Sakura sie zum Kapitän ihrer Leibgarde zu machen. Gaara blieb weiterhin der Kommandant der Armee, doch er hatte reichlich wenig zu tun, da es noch keinen Krieg gab.
Hinata mochte ihren Platz und sah nicht ein warum sie sich wie eine Hofdame benehmen sollte wenn sie doch eine Kriegerin war. So verbannte sie sämtliche Kleider aus ihrem Schrank und tauschte sie gegen Hosen und Rüstungen.
Sakura hatte es aufgegeben sie zu etwas zu zwingen wozu sie augenscheinlich keine Lust hatte. Sie nahm es hin. Der Rat, unter anderem Hiashi, hatte ihr geraten Hinata zu exekutieren. Es war eine bodenlose Frechheit, dass sie sich den direkten Befehlen der Herrscherin widersetzte. Sakura hatte nur darauf erwiderte, dass alle an diesem Tisch bereits tot wären, wenn sie jedes Mal jeden exekutierte, der sich weigerte ihre Befehle auszuführen. Daraufhin war Ruhe und Hinata konnte machen was sie wollte.

„Ich vergaß. Du bist ein sturer Bock. Lass uns gehen, bevor ich meine Meinung ändere und aus dem Fenster springe“, sagte Sakura und nahm den Arm, den Hinata ihr anbot. Normalerweise würde ihr Vater zu zum Thron führen und hinter ihr stehen wenn er noch leben würde, aber da er nicht mehr unter den Lebenden weilte, übernahm diese Aufgabe ihr Vasall.
Sakura verließ ihr Zimmer, geführt von Hinata und schritt ihrem Schicksal entgegen. Einem Schicksal geprägt von Gewalt, Schmerz und Krieg.

~*~

„Sasuke, komm schon, sonst kommst du noch zu spät zu deiner eigenen Krönung“, rief ein blonder Junge durch die Tür des Badezimmers. Sein König und bester Freund war schon seit über einer Stunde dort drinnen. Er als sein Vasall müsste ihn in die Festhalle bringen, aber es sah so aus als müsste er ihn an den Ohren dort rausziehen.
Sasuke stand mit einer Hand an die Wand gelehnt unter der Dusche und ließ das Wasser über seinen Kopf rieseln. Es war eiskalt. Er brauchte etwas um zu vergessen, dass er heute gekrönt wurde. Das Ereignis, dass er sich nie ausmalen wollte.
Warum er? Er hatte einen älteren Bruder, der mehr Anspruch auf den Thron hatte als er. Sein Vater hatte seinen Bruder Itachi enterbt und ihm den Thron vermacht. Kurz darauf war er gestorben. Wieso das alles?
Sein Vater war ein stolzer Dämon, der, auch wenn er Menschen nicht mochte, friedlich mit ihnen gelebt hatte, auf Wunsch seiner Frau Mikoto. Sie war die Macht hinter dem Thron. Wenn sein Vater vorschnelle Entscheidungen traf, konnte sie ihn immer mit den süßen Klängen ihrer Stimme besänftigen.
Doch sein stolzer Vater und seine sanfte Mutter lagen beide unter der Erde. Begraben und tot. Der Krieg vor 10 Jahren hatte ihre Leben gefordert. Higashi, das Land im Osten, hatte den Krieg begonnen und ihn seiner Eltern beraubt. Diese verdammten Menschen.
Orochimaru, einer der Ratsmitglieder und sein Bruder, hatten sich in den letzten Jahren um ihn gekümmert. Sie hatten regiert und gemacht was sie wollten. Sasuke hatte es nie wirklich interessiert.
Orochimaru verbannte die Halbdämonen. Menschen wurden wie die Tiere gehalten. Von irgendwo mussten die Steuern schließlich kommen. Dämonen, die Menschen freundlich gesonnen waren, mussten einen Eid leisten sie wie Dreck zu behandeln oder sie wurden verbannt. In den schlimmsten Fällen sogar getötet, wenn herauskam, dass sie eine Beziehung zu einem Menschen hatten.
Sasuke war das alles reichlich egal. Er stürzte sich in seine Ausbildung, sein Training und alles andere was nichts mit Politik zu tun hatte.
Erst vor kurzem hatte er alles selbst in die Hand genommen. Orochimaru hatte immer wieder verlangt, dass er Naruto verbannte. Dieser war Menschen wohlgesonnen, verweigerte Befehle, tat was er wollte, behandelte Sasuke nicht mit dem nötigen Respekt und ließ keine Exekutionen zu. Zumindest nicht wenn es sich um seine Leute handelte oder um seine Diener.
Uzumaki Naruto war in der Tat jemand der mehr Probleme machte als sie zu lösen, aber war auch Sasukes engster Vertrauter, Vasall und bester Freund seit sie beide in Windeln lagen. Sasuke würde es nie zugeben, aber Naruto war der einzige Dämon weit und breit den er ausstehen konnte, geschweigedenn den er als ein Familienmitglied ansah.
Sasuke weigerte sich Orochimarus Befehlen Folge zu leisten und durch diesen Trotz regierte er bald alleine. Orochimaru hatte nichts mehr zu sagen. Die Pubertät ist in der Tat eine schwierige Zeit bei jungen Erwachsenen. Sasuke wollte alles alleine machen und ließ nicht zu, dass ihm jemand befahl was er zu tun hatte.
Doch selbst wenn Naruto Sasukes Schutz nicht hätte, würde es keiner wagen Hand an ihn zu legen. Naruto war neben Sasuke der stärkste Dämon überhaupt. Er war Kyuubi, der neunschwänzige Fuchs. Die rote Hölle, die auf die Erde fällt, wenn er jemals alle seine neun Schwänze im Kampf benutzen sollte. So stand es zumindest in den Büchern.
Naruto war ein süßer, frecher Dämon der keiner Fliege etwas zu Leide tat. Die Bediensteten in seinem Haus führten als einzige in ganz Nishi, dem Land im Westen, ein schönes Leben. Dämonen und Menschen durften in seinem Haus zusammen sein.
So gesehen war sein Haus ein Königreich für sich. Orochimaru wollte es des Öfteren einfach niederbrennen, wurde von Sasuke aber immer aufgehalten.

„Sasuke, lebst du noch? Ich komme gleich rein.“

Sasuke verdrehte die Augen und kam aus der Dusche. Ohne sich abzutrocknen oder sich ein Handtuch um die Hüften zu schlingen.
„Dobe, halt die Klappe, oder ich gebe Orochimaru die Erlaubnis dich zu töten“, sagte er gleichgültig.
„Sicherlich wirst du das. Das höre ich mir nun schon seit Jahren an. Zieh dir was über. So sehr du es auch wünscht, ich werde mich nicht in dich verlieben.“
Naruto drehte Sasuke lachend den Rücken zu. Er hatte Sasuke schon unzählige Male nackt gesehen. Sein Freund und König war schöner als jeder Mann den er je gesehen hatte, aber es stand nun mal auf Frauen.
Sasuke antwortete nicht sondern klingelte mit einer kleinen Glocke nach seinen Dienern. Er würde sich nicht alleine anziehen. In einige Sachen würde er gar nicht alleine kommen.
Die Tür öffnete sich und 3 Frauen kamen herein. Sie hielten den Kopf gesenkt und warteten auf seine Befehle.
„Ich warte draußen. Mach hin, ich will nicht ewig warten. Orochimaru will mich sicher nur noch mehr töten wenn ich dich nicht pünktlich zur Feier bringe. Und sei nett, Sasuke. Die Mädchen können nichts dafür falls der Stoff kratzig ist“, warnte ihn Naruto.
Sasuke warf ihm einen harten Blick aus seinen rabenschwarzen Augen zu und sagte: „Ich bin immer nett.“
Der Tonfall hörte sich aber eher so an als wollte er sagen: „Ich bring dich um.“
Sasuke misshandelte seine Diener nicht, aber er scheute sich nicht davor zurück sie ein paar Tage einsperren zu lassen, wenn ihm das Essen nicht mundete oder wenn ihn etwas Kratziges beim Anziehen berührte.
Er hasste Menschen mit einer Leidenschaft die nicht mehr normal war. Er hatte alles was ihm lieb und teuer war durch sie verloren. Er musste seine Diener tolerieren und auch die Steuern musste von irgendwoher kommen, aber er war unter keinen Umständen nett zu ihnen. Naruto hatte ihn mehr als einmal davon abhalten müssen jemanden zu schlachten, obwohl diese nichts Schlimmes getan hatten, wenn sein Temperament mit ihm durchging.
Eigentlich war er ein kalter und ruhiger Dämon, dem es absolut egal war, was die Leute über ihn dachten, aber manchmal gingen die Pferde mit ihm durch.

Die Mädchen machten sich ohne ein Wort an die Arbeit. Sie halfen ihm in seine Anziehsachen und bemühten sich ihn nicht zu erzürnen. Es war besser von ihm wie ein Tier behandelt zu werden als ein Ärgernis. Ein Ärgernis wurde ohne Gnade und Geduld aus dem Weg geräumt.
Nachdem sie fertig waren gingen sie mit gebeugtem Kopf rückwärts aus der Tür heraus. Sasuke folgte ihnen und lief neben Naruto den Gang hinunter.
„Wurde auch Zeit, mein König“, scherzte Naruto. „Soll ich Euer Händchen halten?“
„Warum lebst du eigentlich noch?“, fragte Sasuke zornig.
„Weil du mich liebst und niemals zulassen würdest, dass die fiese Schlange mir auch nur ein Haar krümmt“, erwiderte Naruto grinsend und ließ die Zunge wie eine Schlange vorschnellen.
Sasuke ließ sich tatsächlich zu einem Grinsen hinreißen und legte Naruto die Hand auf die Schulter.
„Benimm dich. Ich kann dich nicht immer beschützen. Wenn sie auf die Idee kommen dich zu ermorden, werde ich nichts tun können.“
Naruto legte die Hand auf seine Brust und setzte ein ernstes Gesicht auf.
„Sorgt Euch nicht um mich, mein König“, seufzte er theatralisch, „Heute werde ich ganz der böse Dämon sein, der ich sein soll. Auch wenn ich das lieber der miesen Schlange überlasse.“
Sasuke lachte und ging weiter. Naruto war der Einzige der ihn noch zum Lachen bringen konnte. Die beiden Freunde liefen jeweils ihrem Schicksal entgegen, gesäumt von Krieg und vielleicht der Liebe, wenn sie es denn je zulassen sollten.

~*~

In Kita, dem nördlichen Reich, ging die Sonne so langsam unter. Ein lauer Wind wehte und alles schien friedlich. Wie sehr der Schein doch trügen konnte. In Kita war es schon lange nicht mehr friedlich gewesen. Zumindest nicht seit Inu Taishou seinen Platz im Jenseits eingenommen hatte und zwei Söhne hinterließ die sich um die Thronfolge und um ihr Erbe stritten. Sein Tod kam für jedermann unerwartet, da die Verletzungen aus dem Kampf mit dem Drachen Ryoukossei geringfügig schienen. Seine Gefährtin Izayoi folgte ihm bald darauf.
Inu Taishou hinterließ seinen Söhnen zwei Schwerter. Tessaiga und Tenseiga, geschmiedet aus den Reißzähnen des großen Hundedämons. Inuyasha erhielt Tessaiga, das mit einem Schlag 100 Gegner niedermähen konnte. Sesshoumaru erhielt das für ihn reichlich nutzlose Tenseiga, dass mit einem Schlag 100 Seelen aus der Unterwelt retten konnte. Inuyasha war mit seinem Erbe mehr als zufrieden, Sesshoumaru allerdings nicht. Seiner Meinung nach war sein dreckiger Hanyou Halbbruder es nicht wert dieses mächtige Schwert zu führen. Ihre Kämpfe um das Schwert wurden legendär und richteten so viel Schaden an, dass Menschen und Dämonen fürchteten sie würden dem Land den gar aus machen. Sesshoumaru gelang es nie Tessaiga zu stehlen, da sich Inuyasha immer als der Stärkere erwies und so gab er es auf, das hieß natürlich nicht, dass sich die Brüder in die Arme schlossen und es gut sein ließen.
Kita wurde in zwei Teile gerissen. Sesshoumaru und Inuyasha konnten sich nicht einigen und so wurde der Jüngere von ihnen verbannt. Er ging mit Freuden und nahm alle seine Freunde und Verbündeten mit sich. Und etwa die Hälfte der Bevölkerung Kitas. Dämonen, Hanyous und auch Menschen, die ganz genau wussten, dass Sesshoumaru ein grausamer Herrscher sein würde.

Der verbannte Inuyasha gründete mit seinen Freunden Minami, das Land im Süden. Am Anfang war es nicht sehr einfach für sie alle dort zu wohnen. Es war fruchtbares Land, aber sie hatten keine Häuser und mussten sich des Öfteren mit Oni und Dämonen messen, die sie nicht dort haben wollten. Sie behielten die Oberhand und gründeten eine kleine Stadt, in der sie alle zusammen lebten. Diese Stadt wuchs stetig und schon bald konnte sich Inuyasha ebenfalls ein Schloss bauen. Dieses Schloss wuchs ebenfalls über die Jahre, denn aus dem Norden kamen immer mehr Menschen und Dämonen die Sesshoumarus Schreckensherrschaft nicht mehr länger ertragen konnten.
Minami war im Gegensatz zu Kita ein freies Land. Inuyasha unterdrückte niemanden. Bei ihm konnte jeder ein neues Zuhause finden und sicher sein, dass man ihn weder ausrauben noch verurteilen würde weil er mit einem Dämon verheiratet war.
Je mehr Leute kamen, umso größer wurde auch die Stadt. Aus dem Westen kamen ebenfalls mehr Menschen. Sie hatten gehört, dass dort alle Willkommen waren.
Orochimaru, Sasukes Wächter und Herrscher in der Zeit in der Sasuke noch nicht alt genug war um zu regieren, verbannte ständig Dämonen und Halbdämonen die ihm entweder zu nett oder zu menschlich waren.
Aus dem Osten kamen eine Zeit ebenfalls viele Leute, denn Sakura war sich nicht darüber im Klaren was der Rat hinter ihrem Rücken entschied.
Erst nachdem sie ein Machtwort sprach, auch wenn sie erst 12 Jahre alt war und nachdem Sasuke Orochimaru trotzte, hörten die Dämonen, Halbdämonen und Menschen auf sich in Minami niederzulassen.
Inuyasha nutzte die Zeit in der kein Krieg war um Handel mit den Nachbarländern zu treiben. Im Westen und im Osten gab es einiges zu holen. Mit dem Norden wurde absolut kein Kontakt gepflegt. Kämpfe zwischen Truppen der beiden Länder konnten so gut wie nie vermieden werden, doch auch kurze Zeit darauf ignorierten sie sich so gut es ging.

Nun war es zwar friedlich und es schien so als würde es auch so bleiben, aber leider lagen alle die dies dachten sehr falsch. Sasuke wollte nichts lieber als den Osten auseinander nehmen, Sesshoumaru wollte nichts lieber als den Süden zu vernichten. Sakura war die einzige, die einigermaßen vernünftig war und einsah, dass Krieg in ihrer Situation nichts bringen würde.
Sollten sie jedoch angegriffen werden würden sie sich zur Wehr setzen.
Inuyasha war nicht wirklich auf Krieg aus, aber er war zur Hälfte ein Dämon. Er wollte nichts mehr als seinen Bruder in die Schranken zu weisen. Er würde in den Krieg ziehen wenn es sich nicht vermeiden ließ.

~*~

Eine junge Frau ritt vom Schloss aus zur Stadt. Ihr langes schwarzes Haar wehte im Wind, ihre Augen waren entschieden auf den Weg gerichtet. Sie hatte soeben erfahren, dass die Steuereintreiber mal wieder ihr Unwesen trieben. Keiner konnte diese Steuern bezahlen. Sie waren viel zu hoch. Die Menschen litten Hunger und wenn die Eintreiber kamen, wurde ihnen alles genommen was sie noch besaßen.
Kagome musste zugeben, dass es einfach nur grausam und herzlos war was Sesshoumaru entschied. In den meisten Fällen konnte sie ihn als sein Vasall von wirklich schlechten Entscheidungen abhalten, aber auch sie musste ihm in einigen Dingen zustimmen wenn sie ihren Kopf behalten wollte.

Sesshoumaru war von Natur aus launisch und arrogant. Man sollte es sich mehrmals überlegen wenn man im Begriff war ihm zu widersprechen. Er würde nicht mit der Wimper zucken während er jemandem den Kopf abschlug.
Manch einer würde sich fragen wieso sie bei so einem herzlosen Herrscher war, ihm treu diente und seine rechte Hand war, wenn sie den Menschen doch wohlgesonnen war.
Ganz einfach. Sie war es Sesshoumaru schuldig. Sie schuldete ihm ihr Leben und so war sie geblieben. Sie hatte vor langer Zeit die Wahl gehabt. Sie hätte mit Inuyasha gehen können, doch sie hatte sich dagegen entschieden.
Nun musste sie den Schaden auf ein Minimum reduzieren den Sesshoumaru verursacht hatte. So gut es ging zumindest, denn es würde Jahrzehnte dauern um gut zu machen was er verbockt hatte.

Kagome war eine Elfe aus dem Fukai Mori. Sie hatte ein kleines Dorf mit ihren Kräften und ihrem Bannkreis beschützt, doch eines Tages unterlag sie und der Dämon vernichtete ihr Dorf. Sie floh, genauso wie ein paar andere Überlebende, doch in diesem Wald war sie nun ein Persona non grata. Priesterinnen, die ihr Dorf nicht beschützen konnten, wurden nicht in einem anderen aufgenommen. Sie waren eine Last und nichts mehr wert.
Sie wanderte eine Zeit lang durch den Wald. Durch den Hunger und den Durst wurde sie immer schwächer. Eines Tages wurde sie von einem Oni angegriffen. Normalerweise hätte sie ihn mit links besiegt, aber da sie geschwächt war, war sie ein gefundenes Fressen gewesen.

Sie hatte dem Tod bereits ins Gesicht gesehen als Sesshoumaru sie gerettet hatte. Mit einem Schlag war der Oni besiegt. Sie erinnerte sich noch daran wie Sesshoumaru leichtfüßig auf dem Boden gelandet war und der Oni tot hinter ihm zusammenbrach.
Seine ganze Erscheinung strahlte Macht aus. Sein langes silbernes Haar wehte im Wind. Seine Kleidung ließ vermuten, dass er zum Hof des Fürsten gehören musste. Sie hätte nie gedacht, dass sie dem ältesten Sohn Inu Taishous gegenüber stand.
Gemäß den Gesetzen der Elfen hatte sie ihm demütig gedankt und ihm ihr Leben angeboten. Er hatte es gerettet, nun gehörte es ihm.
Sesshoumaru hatte nicht wirklich Notiz von ihr genommen und erwidert, dass er ihr Leben nicht gebrauchen konnte. Außerdem hatte er sie nicht gerettet. Er hatte nur dieses Ärgernis aus seinem Blickfeld entfernt.
Er ging wieder und ließ sie zurück. Kagome ließ aber nicht locker. Wenn sie daran zurück dachte schmunzelte sie. Sie hatte ihn verfolgt, wohin er auch ging.
Ohne Erlaubnis durfte sie das Schloss zwar nicht betreten, aber jedes Mal wenn sie seine Präsenz im Wald spürte lief sie ihm nach und bot wiederholt ihre Dienste an. Sesshoumaru wurde nicht müde sie zu ignorieren, sie wurde nicht müde ihn weiterhin zu verfolgen.
Eines Tages wurde Sesshoumaru von einer Horde Dämonen angegriffen. Er unterlag nicht, aber sein Partner wurde umgebracht. Kagome, die ganz in der Nähe war und seine Präsenz gespürt hatte, kam ihm zur Hilfe. Sie schoss die Dämonen einfach nieder. Pfeil und Boden waren ihre Waffen. Sie nahm einfach den Köcher mit den Pfeilen und dem Bogen seines Partners und radierte sie alle mit einem Schuss aus.
Sesshoumaru hatte sich nicht bedankt und nur gemeint, dass er ihre Hilfe nicht gebrauchen konnte. Er hätte es auch alleine geschafft. Sie hatte nichts darauf erwidert und zum wiederholten Male ihre Dienste angeboten. Er hatte sie ignoriert, war an ihr vorbei gegangen und hatte sich auf den Weg zum Schloss gemacht.
Unter seinen Füßen tauchte auf einmal Nebel auf und er erhob sie in die Lüfte. Bevor er allerdings davon flog, hatte er den Kopf nach ihr gedreht und sie einfach nur angesehen. Kagome hatte zuerst nicht verstanden, aber dann streckte er den Arm nach ihr aus. Er verharrte so, bis sie verstand, dass er sie einlud doch noch mit ihm zu gehen.
Sie hatte seine Hand ergriffen und war mit ihm zum Schloss geflogen. Von da an musste sie lernen, seine Launen zu ertragen und seine Emotionen aus einem vollkommen leeren Gesicht zu lesen. Er war immer absolut stoisch und lächelte nie. Er schien niemanden besonders zu mögen. .Er hielt sich die meiste Zeit von seiner Familie fern und verbrachte die Zeit in seinem Zimmer, alleine, oder im Wald.
Nur ein kleiner Krötendämon namens Jaken war zu jeder Zeit an seiner Seite. Er gab Sesshoumaru in allem Recht und verehrte ihn bedingungslos. Gegen ihn musste sich Kagome erst einmal durchsetzen. Sesshoumaru schien sich mehr um Jaken als um sie zu kümmern. Er sprach so gut wie nicht mit ihr und informierte sie auch nicht darüber wann er auf Missionen ging oder nicht. Sie musste lernen die Informationen aus Jaken herauszukitzeln und sich seinen Respekt zu verdienen.
Schon nach kurzer Zeit war auch sie immer an Sesshoumarus Seite zu sehen, zum großen Missfallen von Jaken. Doch auch er gewöhnte sich an sie.
Sesshoumarus Familie hatte sie wohlwollend aufgenommen. Sein Vater und seine Mutter waren froh, dass er sie nicht einfach sterben ließ. Inuyasha hatte ihr gesagt, dass sie nicht zu viel von seinem Bruder erwarten sollte. Wenn sie in Todesgefahr war, würde Sesshoumaru bestimmt nicht seinen Schwanz riskieren.

Die Jahre vergingen und sie wurde Sesshoumarus engste Vertraute nach Jaken. Er hörte im Grunde nur auf sie, auch wenn es nicht so aussah.
Als Inuyasha schließlich verbannt wurde war sie diejenige die ihn davon abhielt seinen Bruder einfach im Schlaf zu ermorden und Tessaiga mit Gewalt an sich zu reißen.
Sie hatte ihn letztendlich davon überzeugt Tessaiga aufzugeben und es einfach sein zu lassen. Sie hatte ihn davon abgehalten alle Menschen zu versklaven oder sie zu verbannen. Sie war dafür verantwortlich, dass die Diener im Schloss einigermaßen gut behandelt wurden. Wobei einigermaßen übertrieben ist.
Ihr war es zu verdanken, dass im Moment Frieden herrschte, auch wenn Sesshoumaru lieber wie eine Dampfwalze über das Land seines Bruders hergefallen wäre.
Sie war Sesshoumaru treu, egal was er tat, aber manchmal wünschte sie sich, sie könnte die Zeit zurückdrehen. Sie wäre doch lieber mit Inuyasha gegangen.

Als sie im Dorf ankam, fand sie alle Türen verschlossen vor. Keiner öffnete die Fenster oder sah auch nur nach draußen. Das war immer so wenn die Steuereintreiber da waren.
Am Himmel sah sie Rauch aufsteigen. Es kam direkt aus dem Dorf. Sie konnte nur hoffen, dass es nicht das war, was sie dachte.
Bei dem brennenden Haus angekommen, musste sie feststellen, dass sie vollkommen Recht hatte. Das Haus des Schmieds stand in Flammen. Er und seine Familie knieten verzweifelt davor.
Die Steuereintreiber saßen lachend auf ihren Pferden und sahen dem Feuer freudig zu.
Kagome stieg von ihrem Pferd ab und rannte auf die Leute zu.
„Was hat das zu bedeuten?“, fragte sie aufgebracht. „Ihr seid Steuereintreiber, keine Banditen.“
Einer der Männer stieg vom Pferd und verbeugte sich vor ihr. Als Sesshoumarus Vasall hatte sie eine hohe Position.
„Wir haben ausdrückliche Befehle. Die Steuern müssen unter allen Umständen eingetrieben werden. Der Schmied weigerte sich zu zahlen, also nehmen wir seine Tochter und verkaufen sie an ein Bordell. Außerdem musste eine Aufmüpfigkeit bestraft werden.“
„Also habt ihr einfach sein Haus niedergebrannt. Euch ist doch sicher bewusst, dass er die nächsten Steuern nicht mehr zahlen kann.“
„Bei allem Respekt, aber das ist nicht unser Problem. Er wird das Geld schon irgendwie zusammen kriegen“, erwiderte der Mann ausdruckslos.

Kagome wandte sich angeekelt ab und streckte die Hand zum Fluss aus, der entlang des Dorfes Floss.
Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf die Macht des Wassers die sie beherrschte. Sie rief die Wassergeister und bat sie dieses Feuer zu löschen, bevor er sich auf die anderen Häuser ausbreitete.
„Erhebe dich, Wasserdrache. Komm mir zu Hilfe und lösche dieses Feuer“, befahl sie. Aus dem Fluss erhob sie ein Drache. Er flog über das Haus und ließ Wasser regnen. Das Feuer war schnell gelöscht, aber Kagome bezweifelte, dass sich die Habseligkeiten des Schmieds noch finden ließen.
Sie würde wohl wieder ein Wörtchen mit Sesshoumaru reden müssen.
„Geht!“, befahl sie den Männern. „Geht ins nächste Dorf und treibt die Steuern ein. Lasst das Mädchen hier. Ich werde mich um den Rest kümmern. Sollte ich erfahren, dass ihr wieder Häuser angefackelt habt, dann werdet ihr euch im Kerker wieder finden. Habt Ihr mich verstanden?“
Die Männer nickten, stiegen auf ihre Pferde und ritten weiter. Sie bezweifelten aber das Sesshoumaru sie in den Kerker sperren würde weil sie Häuser anzündeten. Dem Fürsten war so ziemlich alles egal.

Als sie die Männer nicht mehr sehen konnte entschuldigte sie sich beim Schmied und seiner Familie. Vor ihnen hätte sie das nicht tun können.
„Ihr müsst Euch nicht entschuldigen, ehrenwerte Kagome. Wir sind Euch zu Dank verpflichtet.“ Der Schmied verbeugte sich ehrfürchtig vor ihr. Kein anderer Dämon hätte sich so für sie eingesetzt wie sie es getan hatte.
„Es tut mir Leid, aber ich muss Euch bitten zu gehen“, sagte sie dem Schmied. „Euer Heim existiert nicht mehr. Wenn die Steuern wieder gezahlt werden müssen, werdet ihr nicht genug haben. Geht in den Süden, zu Inuyasha. Er wird euch sicher aufnehmen. Packt eure Sachen, oder was davon übrig ist und geht. Reist noch vor Sonnenaufgang ab.“
Im Grunde konnte man das hier als Verbannung ansehen, aber angesichts der Ereignisse und der Lage in diesem Land war es besser verbannt zu werden.
Der Schmied und seine Familie gehorchten sofort. Sie packten was sie finden konnten. Kagome gab ihnen ihr Pferd. Bevor sie abreisten bat sie den Schmied noch um ein Wort.
„Ich möchte Euch um einen Gefallen bitten...“
„Alles was ihr wollt, ehrenwerte Kagome“, erwiderte er freudig.
„Gebt das hier Inuyasha. Es darf Euch keiner sehen und lest diesen Brief auf keinen Fall selbst. Er ist mit einem Fluch belegt. Könnt Ihr das tun?“
Das Letzte war gelogen. Es war nur ein Bluff. Es musste niemand wissen warum sie einen Brief an Inuyasha schrieb.
Der Mann nickte und schwor bei seinem Leben, dass er den Brief nicht lesen würde.
Die Familie reiste ab. Kagome saß auf einem Felsvorsprung und besah sich den Sonnenaufgang. Sie hoffte, dass sie wohlbehalten ankommen würden und Inuyasha den Brief rechtzeitig bekommen würde.
Bald, schon bald würde sie ihren Liebsten wieder in die Arme schließen.

~*~

„Inuyasha-sama, es ist soeben eine Familie aus dem Norden angekommen. Der Herr möchte mit dir sprechen...“
„Ja, Ja, ich komme ja schon...“, erwiderte er schlecht gelaunt.
Inuyasha sprang vom Dach des Hauses und landete leichtfüßig auf dem Boden.
„Mensch, kannst du denn nicht wie jeder normale Mensch im Haus sitzen?“, fragte sie.
„Nein. Ich bin schließlich auch kein Mensch, Rin.“
Rin lächelten nur und zeigte in Richtung Stadt. Manchmal fragte er sich warum er sie überhaupt mitgenommen hatte. Ach ja, sie war seine beste Freundin.
Die beiden kannten sich schon seit sie klein waren. Zusammen hatten sie viel Blödes angestellt und Sesshoumaru an den Rand des Wahnsinns getrieben.
Bei dem Namen Sesshoumaru runzelte er die Stirn und dachte schnell an etwas anderes. Sein Bruder und er hatten nicht die beste Beziehung. Sesshoumaru hatte ihm schon sehr früh klar gemacht, dass er in seinen Augen minderwertig war. Als Sohn eines Menschen und eines Dämons war er seinem Bruder schon immer ein Dorn im Auge. Inuyasha hatte sich anfangs vergeblich um die Gunst seines Bruders bemüht. Als er älter wurde versuchte er es mit Streichen. Rin und er hatten sich köstlich über Sesshoumarus erzürntes Gesicht amüsiert, als sie Farbe auf seinen Schweif gekippt hatten, oder als sie seine Haare abgeschnitten hatten.
Sesshoumaru hatte sich aufgeregt, ihnen aber nie seine Aufmerksamkeit geschenkt. Je älter Inuyasha wurde umso zorniger wurde er auf seinen Bruder. Sesshoumaru behandelte seine Mutter nie mit dem nötigen Respekt. Auch ihm gegenüber gab er sich stets unfreundlich.
Als sein Vater schließlich starb zeigte Sesshoumaru sein echtes Gesicht. Er war nicht nur unfreundlich, er war der Teufel in Person.
Inuyasha war froh, dass er letztendlich verbannt wurde. Ansonsten hätten er und Sesshoumaru während ihrem Kampf das Schloss in Schutt und Asche gelegt.

Er teilte dem Schmied und seine Familie ein kleines Haus zu. Diese waren erschöpft von der Reise und völlig mittellos verbannt worden.
Der Mann reichte Inuyasha einen Brief und tat so als wäre nichts gewesen. Er sagte nicht von wem er kam und warum er den Brief unter vier Augen überreichen wollte.
Inuyasha steckte den Brief ein und entschloss sich ihn später zu lesen. Er hatte noch einiges zu tun

~*~

Es war spät abends als Inuyasha schließlich den Brief öffnete und las. Jeder andere war längst im Bett und genehmigte sich seinen Schönheitsschlaf. Nur er schlief selten. Sehr selten und das hatte auch seinen Grund. Oder auch mehrere Gründe.
Er entfaltete den Papier, überflog die Zeilen und ließ ihn plötzlich fallen. Inuyasha packte sein Schwert und rannte in die Nacht hinaus, in seinem Kopf klangen noch die Worte aus dem Stück Papier.

„Bitte verzeih mein Fortbleiben zu unserem Treffen vor ein paar Wochen. Meine Pflichten machten es mir nicht möglich das Schloss zu verlassen. Ich konnte dir leider auch keine Nachricht zukommen lassen. Bitte verzeih mir, Liebster.
Der Schmied und seine Familie werden am heutigen Tag zu dir kommen. Ich gab dem Schmied diesen Brief in der Hoffnung, dass er dich bald erreicht. Sobald du diesen Brief hier liest, komm zum üblichen Treffpunkt. Ich kann nur bis Sonnenaufgang bleiben.
Sollte dich dieser Brief hier nicht erreichen, dann sehen wir uns wie gewöhnlich beim nächsten Vollmond.“

~*~

Kagome saß auf einem Felsen an der Grenze des nördlichen und des südlichen Landes. Dieses Gebiet war niemandes Land. Niemand würde sie sehen, vermuten oder stören. Hier befand sich, verborgen im tiefen Wald, eine heiße Quelle. Für gewöhnlich badeten hier nur Affen, aber sie gedachte heute hier zu baden. Vielleicht auch nicht alleine.
Nun wartete sie allerdings schon Stunden hier. Hatte er denn den Brief nicht bekommen? War der Schmied so töricht gewesen den Brief selbst zu lesen und hatte diesen dann weg geschmissen? Das konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen.
Sie konnte nicht mehr lange warten. Bei Sonnenaufgang musste sie wieder gehen. Sesshoumaru erwartete sie im Schloss. Nur nachts konnte sie sich heraus schleichen.

Wie sehr sie sich doch nach ihrem Liebsten sehnte. Wenn sie ihn heute nicht sah, dann müsste sie erneut einen Monat warten. Einen ganzen Monat, bis er sie wieder in die Arme schließen konnte.
Sie war so in ihre Gedanken vertieft, dass sie nicht bemerkte wie eine Gestalt, schneller als der Wind auf sie zugerannt kam. Die Gestalt kam näher bis die schließlich an ihrer Seite zum Halt kam. Kagome erschreckte fürchterlich, doch sie erkannte ihn sofort.
Seine goldenen Augen und sein langes silbernes Haar waren unverkennbar. Die selben Augen und Haare wie die Sesshoumarus und Inu Taishous.
Inuyasha zögerte nicht sie in seine Arme zu schließen. Kagome fühlte sich das erste Mal seit langer Zeit wieder sicher und entspannt.
„Du bist spät“, murmelte sie und lehnte sich an seine Brust.
„Entschuldige, ich habe deinen Brief erst kürzlich gelesen.“
„Hat dich jemand gesehen?“
„Nein“, erwiderte er sicher.
„Mich auch nicht...“

Während sie beisammen lagen und später in der Quelle badeten und die Freuden des Fleisches miteinander teilten hofften sie inständig, dass sie auch wirklich niemand gesehen hatte. Es würde ihr Ende bedeuten, falls Sesshoumaru jemals zu Ohren bekommen sollte, dass sein Vasall und sein verhasster Bruder ein Liebespaar waren. Er würde gegen Inuyasha in den Krieg ziehen und sie wegen Hochverrats exekutieren lassen.
Kagome war bei Inuyashas Verbannung aus einem einzigen Grund nicht mit ihm mitgegangen. Verantwortung. Sie war Sesshoumaru ihr Leben schuldig und doch liebte sie seinen Bruder. Zu dieser Zeit waren die beiden bereits ein Paar. Ihre Beziehung hatte stets im Schatten gelegen. Nicht einmal Inu Taishou wusste davon. In der Öffentlichkeit hatten sie stets so getan als würden sie sich verabscheuen, wo es in ihren Herzen doch ganz anders aussah.
Sie hatten ihre Liebe nach der Verbannung nicht aufgegeben, sondern sie weitergeführt. Sie trafen sich so oft wie sie konnte, aber das hielt sich auch in Grenzen. Für Kagome hieß es, dass sie sich bei Nacht aus dem Schloss schleichen musste. Für Inuyasha bedeutete es viele schlaflose Nächte in denen er auf sie wartete.
Wenn sie einmal nicht kam, dann war er noch Wochen später schlecht gelaunt. Sie lebten in ständiger Gefahr, aber das machte ihnen nicht wirklich viel aus. Sie würden füreinander in den Tod gehen und solange sie keiner entdeckte würde dies ihr kleines Geheimnis bleiben.

~*~

Begriffsklärung:

Hajime - Anfang
Himitsu - Geheimnis
Kita – Norden
Higashi – Osten
Minami – Süden
Nishi – Westen
Youkai, Oni, (Ayakashi) – bedeutet alles Dämon, böser Geist…etc
Hanyou – Halbdämon (Halbblut)
Fukai Mori – übersetzt heißt das nur „tiefer Wald“
Noch irgendwas unklar? ^^

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